Abschied von einer Legende: Rolf Becker mit 90 Jahren gestorben – Das schwere Erbe der „In aller Freundschaft“-Ikone

Die deutsche Fernsehlandschaft trauert um einen ihrer profiliertesten Charakterdarsteller. Rolf Becker, der fast zwei Jahrzehnte lang als herzlicher Otto Stein die Zuschauer von „In aller Freundschaft“ begeisterte, ist am 12. Dezember 2025 im Alter von 90 Jahren verstorben. Sein Tod markiert das Ende einer Ära in der Leipziger „Sachsenklinik“, doch sein künstlerisches Vermächtnis lebt in seinen ebenso berühmten Kindern weiter.

🎭 Eine Karriere zwischen Weltliteratur und Sachsenklinik

Rolf Becker war weit mehr als nur der „Vater der Serie“. Sein Weg führte ihn von den großen Theaterbühnen bis hin zu internationalen Filmproduktionen.

  • Theater-Wurzeln: Nach seiner Ausbildung an der Otto-Falkenberg-Schule prägte er Häuser in München, Bremen und Hamburg. In Bremen stieg er bis zum Oberspielleiter der Oper auf, bevor ihn sein politisches Engagement in der Studentenbewegung zum Wechsel zwang.
  • Film-Meilensteine: Er glänzte in Klassikern wie „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ und verkörperte historische Größen wie Friedrich den Großen.
  • Die Stimme: Mit seinem markanten Bariton war er ein gefragter Synchronsprecher für Stars wie Jeremy Irons und ein gefeierter Hörbuch-Erzähler.

Folge 619: Überdruck (S16/E34)

🏥 19 Jahre Otto Stein: Das Herz der Sachsenklinik

Seit Folge 300 (ausgestrahlt im März 2006) war Becker als Otto Stein fester Bestandteil von „In aller Freundschaft“.

  • Die Rolle: Als Vater von Klinikleiter Dr. Martin Stein (Bernhard Bettermann) war er der Ruhepol der Serie – bodenständig, herzlich und stets mit einem offenen Ohr für die Sorgen der Belegschaft.
  • Ein bewegtes Serienleben: Unvergessen bleibt seine Zeit in der Klinikküche an der Seite von Charlotte Gaus (Ursula Karusseit). Nach deren Tod kehrte er aus dem gemeinsamen Ruhestand auf Teneriffa zurück und bildete zuletzt eine Wohngemeinschaft mit seinem Sohn.
  • Der letzte Schritt: In Folge 1114 hatte sich Otto Stein dazu entschieden, in eine Alters-WG zu ziehen, um seinem Sohn nicht zur Last zu fallen – ein Handlungsstrang, der nun im Rückblick eine besondere Melancholie erhält.

🌟 Das Becker-Gen: Eine Dynastie von Ausnahmetalenten

Rolf Becker vererbt sein Talent an seine Kinder, die heute zu den bekanntesten Gesichtern der deutschen Unterhaltungsbranche gehören.

  1. Ben Becker (59): Der Sohn aus erster Ehe mit Monika Hansen feierte seinen Durchbruch mit „Schlafes Bruder“. Vater und Sohn standen sogar gemeinsam für eine Gastrolle bei „In aller Freundschaft“ vor der Kamera.
  2. Meret Becker (56): Die Tochter ist als Musikerin und Schauspielerin (u.a. Berliner „Tatort“, „Babylon Berlin“) eine der vielseitigsten Künstlerinnen Deutschlands.
  3. Privates Glück: Nach der Scheidung von Monika Hansen 1971 fand Becker sein Glück bei der Schauspielerin Sylvia Wempner, mit der er seit 1980 verheiratet war und drei weitere Söhne hat.

23. Januar | Folge 1038: Liebes Leben | Das Erste

📅 Chronologie eines erfüllten Lebens

  • 31. März 1935: Geburt in Leipzig.
  • 1960er: Beginn der TV-Karriere mit Literaturverfilmungen.
  • 2006: Einstieg bei „In aller Freundschaft“.
  • 2012: Internationaler Erfolg mit dem Film „Mr. Kaplan“.
  • 12. Dezember 2025: Tod im Alter von 90 Jahren.

🔍 Fazit: Ein Vorbild an Menschlichkeit

Rolf Becker suchte seine Rollen nie nach Ruhm aus, sondern nach der Tiefe der Geschichte. Sein Credo war: „Ist es eine Geschichte, die Menschen bewegen kann?“ Mit Otto Stein hat er genau das geschafft. Er hinterlässt eine Lücke, die nicht nur durch seine schauspielerische Präsenz, sondern vor allem durch seine Wärme und Integrität entsteht.

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